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Meine Erfahrung mit Landschildkröten

Schildkröten: Testudo hermanni boettgeri:

Ich habe 3 Schildkröten, welche erst dieses Jahr geschlüpft sind. (2000). Neugeborene Schildkröten sind sehr anfällig, was einem jeder Züchter bestätigen wird.

Man muss die Schildis sehr gut in ihrem Verhalten beobachten, vor allem in den ersten paar Wochen!

Wenn man keinerlei Erfahrung mit Schildkröten hat, sollte man sich etwa 3-4 Jahre alte Schildkröten kaufen. Diese sind zwar etwas größer, aber bei weitem nicht mehr so anspruchsvoll. Neugeborene trocknen zum Beispiel sehr schnell aus, wenn man sie auf einem zu trockenen Bodengrund hält.

Als ich mir meine Schildkröten von einem Züchter gekauft habe, war ich sehr verunsichert was den Bodengrund angeht. Ich war zuvor in diversen Zoohandlungen um mich zu informieren. Die sagten mir, dass ich Buchenhack oder Rindenmulch nehmen solle. Doch Buchenhack gibt den Schildis wenig halt und Rindenmulch ist säurehaltig. In den Büchern die ich mir gekauft habe steht, dass ich Muttererde und Sand oder Kies nehmen soll. Aber am besten man informiert sich wo die Tiere leben und unter welchen Bedienungen. Feiner Kies oder Sand kann auch nachteilig sein, da die kleinen den Kies fressen könnten und eventuell daran ersticken! Bei zuviel Aufnahme von Sand kann es zu einem Darmverschluss kommen!

Ich halte meine 3 Schildis auf Hochmoortorf. Dieser ist meiner Meinung nach auch gut. Ich besprühe in täglich 1 oder 2 mal mit Wasser um eine gewisse Bodenfeuchtigkeit zu haben. Die untere Schicht besteht aus Lehm und Kies (grob). Meine Schildis fühlen sich richtig wohl. Sie vergraben sich beim schlafen in der Nähe des aufgewärmten Torfs. Viele sagen das Torf nicht sehr geeignet ist, denn wenn dieser austrocknet ist er sehr staubig. Deshalb ist es wichtig, das er immer feucht gehalten wird. Aber bitte nur feucht und nicht nass! Ihr könnt auch ebenso spezielle Terrariumerde benutzen oder ihr stecht ein Stück ungedüngte Wiese aus, was mit Sicherheit die beste Lösung ist!

Für die Wärme benutze ich einen Spotstrahler (75 Watt) und eine UV-Leuchtstofflampe. Die Leuchtstofflampe sollte auf jeden Fall UV-B abstrahlen, welches für die Schildis lebenswichtig ist. Mit UV-B-Strahlen können sie Vitamin D3 aufnehmen, welches für den Panzer und für die Verdauung wichtig ist. Allerdings ist darauf zu achten das die Spotstrahler und UV-LL nicht zu nah angebracht werden, denn Schildkröten mögen extreme Hitze nicht und durch die UV-Strahlen können sie einen Sonnenbrand bekommen. Also überprüft die Temperatur und den Abstand der UV-Lampe! Unter dem Spotstrahler dürfen ca. 35 - max. 40 °C sein, mehr nicht! Die UV-Lampe sollte nach Intensität 40 - 60 cm Entfernung zum Boden haben. Solltet ihr eine Ultra-Vitalux-Lampe benutzen, muss der Abstand noch größer sein! Wenn es den Schildis zu heiß ist, werdet Ihr es gleich merken, weil sie sich dann nicht mehr direkt unter den Spotstrahler, sondern weiter weg sonnen. Aber Achtung! Die kleinen Kröten dürfen direkt unter dem Spotstrahler nicht klettern können - sonst besteht die Gefahr, dass sie umfallen und stundenlang unter dem Strahler auf dem Rücken liegen und dann an Eiweißgerinnung sterben!

Ich biete meinen Schildis auf jeden Fall Klettermöglichkeiten. Sie lieben es zu klettern, z. B. über einen abgebrochenen Ast (Stock), welchen ich ins Terrarium gelegt habe, so dass sie darüber klettern können, aber auch daran vorbeikrabbeln. Des weiteren können sie über diverse Erderhöhungen krabbeln oder Grasbüschel erklimmen. Eure Schildis sollten auf jeden Fall auch klettern können, denn wenn nicht, kann es sein das sie eine Muskelverkrüppelung bekommen. Ist ja auch klar, wenn sie sich nicht anstrengen müssen und ihre Muskeln benutzen.

Ich verändere auch ab und zu den Terrariuminnenraum, dass die Kröten immer etwas neues zu erkunden haben. Aber ihr solltet nicht die Hauptstellen wie: Wasser-, Schlaf- oder Kotplatz verändern bzw. zustellen. Das verunsichert die Schildis und kann auch zu ungewollten Effekten führen. Den Futterplatz hingegen wechsele ich ab und zu, damit sie sich wie in der freien Natur auch auf Nahrungssuche begeben müssen. Und wenn sie dann in der Ecke oder so einen Leckerbissen finden freuen sie sich ganz besonders.

Die Nahrung ist ebenfalls sehr wichtig. Manche Schildkröten trinken normalerweise kaum etwas. Ihren Flüssigkeitsbedarf stillen sie in der Regel durch den Morgentau auf der Nahrung. Darum sollte man das Nahrungsangebot morgens mit Wasser besprühen um für künstlichen Morgentau zu sorgen. Trotzdem biete ich noch ein Wasserbecken an, aus dem sie trinken, baden und manchmal auch ihren Kot lassen. Das Wasser in dem Becken ist auf jeden Fall täglich zu wechseln!

Beispiele für die Nahrung, die ich meinen Schildkröten anbiete:

Löwenzahn (essen sie am liebsten), Habichtskraut, Klee + Blüte, Breiter Wegerich, Spitzwegerich, Huflattich, Bärenklau, Luzerne, Weidenröschen, Wiesenheu, Gänseblümchen, Brennessel (vorher die Haare mit einem Teigroller brechen!).

Obst:

süßer Apfel ist das einzige Obst, welches ich aber sehr selten verfüttere (höchstens alle 2-3 Wochen!!). Bei einer zu großen Menge kann es zu Gärungsprozessen im Darm der Schildkröte kommen oder sie bekommt Durchfall.

Gemüse:

Kohlrabiblätter, Gurken, Endivien, Feldsalat, Brunnenkresse, Eisbergsalat, Radiccio . Es gibt noch diverse andere Gemüsesorten, welche Ihr den Schildis zum Essen geben könnt. Auf meiner Linkseite findet Ihr hierzu noch ein paar Links.

Es sollte für eine abwechslungsreiche Ernährung der Schildkröte gesorgt werden! Es ist sehr wichtig die Schildkröten abwechslungsreich zu füttern, denn ansonsten leidet ihre Gesundheit darunter. Wie beim Menschen auch. Ebenfalls ist es sehr wichtig den Schildis Kalk in Form von Sepia-Schale oder gekochten und zerriebenen Eierschalen zu verabreichen. Wenn Ihr eine Sepia-Schale verwendet, dann legt diese neben die Futterstelle und beobachtet einmal, ob die Schildis daran knabbern. Wenn sie dies machen ist es nicht mehr erforderlich die Sepia-Schale übers Futter zu streuen, denn sie knabbern ihren Bedarf selbst und nutzen gleichzeitig ihre Hornscheiden am Kiefer ab, was optimal ist! Eierschalen würde ich neben die Futterstelle legen, damit sie ebenfalls frei entscheiden können, ob sie es fressen oder nicht.

Ab Mai werde ich meine Schildis auf meinen Balkon bringen. Dort werde ich eine Wiese nur für meine Schildis einrichten. Ich weiß nur noch nicht die genauen Maße. Aber ich denke mal so 2m x 2m. Später wenn sie größer sind werde ich natürlich eine neue Kiste mit Wiese erstellen. Ich habe auf meinem Balkon ja genug Platz. (63m²). Mein Balkon ist auf der Ost- und Süd-Seite des Hauses. Solltet ihr keinen Garten oder großen Balkon besitzen, würde ich auch keine Schildis kaufen, da ihr sie dann nur im Terrarium halten könnt und das nicht gut für die Schildis ist. Ihr möchtet ja auch in die frische Luft und nicht nur im Haus sein! Falls ihr die Schildis auf einem Balkon haltet müsst ihr darauf achten das sie keiner Zugluft ausgesetzt sind! Dies kann zu Erkrankungen führen und die Kröten fühlen sich dann auch nicht wohl. Ebenfalls sollte sie nicht auf Beton herumlaufen, da dieser den Panzer beschädigt.

Man sollte sich zum Ziel machen, die Schildis artgerecht zu halten und eventuell später zu züchten, um den Artbestand weiterhin zu erhalten und die Wildfänge zu verhindern.

Ich deute nocheinmal darauf hin, dass ich diese Erfahrungen bei Testudo hermanni boettgeri mache. Was ich hier geschrieben habe, gilt also nicht für andere Schildkrötenarten. Die Haltung anderer Schildis kann zwar in manchen Punkten ähnlich sein, aber man sollte sich speziell über seine eigene Art informieren.

Über Winterschlaf kann ich noch nichts schreiben, weil ich mit im noch keinerlei Erfahrung gemacht habe. Aber wenn Ihr was über Winterschlaf wissen wollt, schaut doch einfach auf meine Linkseite.